Ein Relaunch, sieben Jahre und eine Erkenntnis, die ich nicht erwartet hätte
13.08.2026 — agenturradar.com
Gestern haben wir das neue Agenturradar live geschaltet.
Nach wenigen Monaten Arbeit ist unsere Plattform mit einer komplett neuen Oberfläche, einem neuen Design und vielen Verbesserungen online gegangen. Agenturprofile sind übersichtlicher geworden, es gibt mehr Filtermöglichkeiten und insgesamt ist die Bedienung deutlich einfacher. Inhaltlich bleibt Agenturradar aber das, was es von Anfang an sein sollte: Eine transparente Orientierungshilfe für Unternehmen, die die passende Agentur suchen.
Für mich war dieser Relaunch allerdings aus einem ganz anderen Grund besonders. Nicht, weil wir eine neue Plattform veröffentlicht haben, sondern weil mir in diesem Moment bewusst geworden ist, wie unglaublich viel sich in den vergangenen sieben Jahren verändert hat.
Vor sieben Jahren hätte ich das nicht für möglich gehalten
Als ich in die Welt der Digitalprojekte eingestiegen bin, hatte ich keinerlei technischen Hintergrund. Ich habe International Business studiert, in unterschiedlichen "nicht-technischen" Positionen gearbeitet und wusste damals noch nicht einmal, dass hinter einer Website oftmals ein Content-Management-System steckt. Begriffe wie APIs, Datenmodelle, Server oder Programmiersprachen waren für mich eine völlig andere Welt.
Was ich allerdings hatte, war Neugier.
Über die Jahre durfte ich viele spannende Projekte begleiten. Ich habe Anforderungen aufgenommen, Workshops moderiert, Lastenhefte geschrieben, mit Entwicklern diskutiert, Sprints begleitet, Redakteuren bei ihrer täglichen Arbeit zugeschaut, ab und zu selbst in die Tasten gehauen und unzählige Systeme kennengelernt. Dabei ging es nie darum, selbst zu programmieren. Es ging vielmehr darum, zu verstehen, wie digitale Lösungen entstehen und warum manche Projekte erfolgreich sind und andere nicht.
Wissen wird mit der Zeit aufgebaut
Rückblickend war genau das wahrscheinlich die wichtigste Grundlage für dieses Projekt, denn das Verrückte ist: Einen Großteil des neuen Agenturradars habe ich selbst entwickelt. Vor ein paar Jahren wäre das für mich völlig undenkbar gewesen. Heute fühlt es sich zwar immer noch ein bisschen verrückt an, gleichzeitig aber wie die logische Konsequenz aus vielen Jahren Lernen und Ausprobieren.
Wenn mir das vor sieben Jahren jemand erzählt hätte, hätte ich vermutlich nur lachend mit dem Kopf geschüttelt und gesagt "Bleib mir weg damit!".
KI hat das Wissen nicht ersetzt, sondern nutzbar gemacht
Dabei wäre es völlig falsch zu sagen, dass die KI die Plattform gebaut hat. Das hat sie nicht, zumindest nicht alleine. Sie hat auch nicht dafür gesorgt, dass plötzlich alles einfach war. Gerade am Anfang bin ich auf viele typische Anfängerfehler hereingefallen. Ich habe Lösungen mehrfach gebaut, wieder verworfen, Dokumentationen gelesen, Prompts angepasst und oft erst nach mehreren Anläufen verstanden, warum etwas funktioniert oder eben nicht.
Aber genau darin liegt für mich die eigentliche Stärke moderner KI-Werkzeuge. Sie ersetzen kein Fachwissen. Sie ersetzen auch keine Erfahrung. Was sie tun, ist etwas anderes: Sie ermöglichen es, Wissen anzuwenden, das man sich über Jahre aufgebaut hat.
Früher hätte ich Ideen entwickelt, Anforderungen formuliert und diese an Entwickler übergeben. Heute kann ich viele dieser Ideen selbst prototypisch umsetzen, ausprobieren und weiterentwickeln. Nicht, weil ich plötzlich Softwareentwickler geworden bin, sondern weil die Hürde zwischen Fachlichkeit und technischer Umsetzung deutlich kleiner geworden ist.
Gute Projekte entstehen nie allein
Natürlich wäre dieses Projekt trotzdem nicht ohne Unterstützung entstanden. Immer dann, wenn es um technische Architektur, knifflige Fragestellungen oder technische Entscheidungen ging, standen mir Kollegen mit ihrer Erfahrung zur Seite. Sie waren Sparringspartner, haben Ideen hinterfragt und dort geholfen, wo meine Expertise geringer, ihre aber umso höher war. Genau so stelle ich mir gute Zusammenarbeit vor.
Genauso wichtig war aber auch das Vertrauen, das ich von unserer Geschäftsführung bekommen habe. Obwohl ich ein solches Projekt zuvor nie umgesetzt hatte und meine Stärken ursprünglich in ganz anderen Bereichen lagen, haben sie mir die Freiheit gegeben, es einfach zu versuchen. Dieses Vertrauen war alles andere als selbstverständlich und rückblickend wahrscheinlich eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass aus einer Idee am Ende tatsächlich eine Plattform geworden ist.
Vielen Dank an alle Beteiligten!
Warum dieser Relaunch für mich mehr ist als eine neue Website
Vielleicht ist das auch die Erkenntnis, die ich aus diesem Projekt mitnehme.
Wir sprechen derzeit viel darüber, wie KI Berufe verändern wird. Nach diesem Projekt bin ich überzeugt, dass es weniger darum geht, Menschen zu ersetzen. Viel spannender finde ich, dass sie Menschen befähigt, Dinge umzusetzen, die früher außerhalb ihres eigenen Kompetenzbereichs lagen.
Der Relaunch des Agenturradars ist deshalb für mich mehr als nur eine neue Website. Er zeigt, wie sich unsere Arbeitswelt gerade verändert. Fachwissen, Neugier und moderne Werkzeuge eröffnen Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären.
Genau das macht mich mindestens genauso neugierig auf die nächsten sieben Jahre wie auf die Plattform, die wir gestern veröffentlicht haben.
Falls Ihr mehr zu meiner "Evolution" erfahren wollt oder Bugs findet, meldet Euch gerne! Wir freuen uns!