Das richtige CMS auswählen: Kriterien und Vorgehen
Die CMS-Auswahl folgt idealerweise erst nach der Klärung von Zielen und Konzept – denn erst dann ist klar, was das System leisten muss. Entscheidend sind Kriterien wie Umfang, Mehrkanal-Bedarf, Team und Redaktion, Integrationen, Budget sowie langfristige Perspektive. Kein System ist pauschal das beste; entscheidend ist die Passung zum konkreten Vorhaben. Die Wahl fällt häufig gemeinsam mit einer erfahrenen Agentur.
Bei über hundert verfügbaren Content Management Systemen ist die Auswahl kein leichtes Feld. Doch die gute Nachricht: Wer strukturiert vorgeht und die richtigen Fragen stellt, engt den Kreis schnell ein. Diese Seite zeigt, worauf es bei der Systemwahl ankommt – für die inhaltliche Tiefe zu den einzelnen Systemtypen führt sie in den Bereich CMS-Wissen.
Erst die Anforderungen, dann das System
Der häufigste Fehler bei der CMS-Auswahl: mit dem System zu beginnen. „Wir nehmen TYPO3“ oder „alle machen jetzt Headless“ sind keine Auswahlkriterien, sondern Vorfestlegungen. Sinnvoll ist die umgekehrte Reihenfolge – erst klären, was gebraucht wird, dann prüfen, welches System das am besten erfüllt.
Deshalb steht die Systemauswahl im Projektablauf bewusst nach der Anforderungs- und Konzeptphase. Ein klares Lastenheft oder Backlog und ein grobes Konzept sind die beste Grundlage, um Systeme überhaupt sinnvoll vergleichen zu können.
Kurz gesagt: Die Reihenfolge entscheidet: erst Anforderungen und Konzept, dann die Systemwahl. Wer mit dem System beginnt, wählt nach Bauchgefühl statt nach Bedarf.
Die wichtigsten Auswahlkriterien
Diese Kriterien helfen, Systeme zu vergleichen und den Kreis einzugrenzen:
| Kriterium | Leitfrage |
|---|---|
| Umfang & Struktur | Wie viele Seiten, Sprachen, Inhaltstypen? |
| Kanäle | Nur eine Website – oder auch App, Shop, weitere Kanäle? |
| Redaktion | Wie technisch ist das Team? Wie komfortabel muss die Pflege sein? |
| Integrationen | Welche Systeme (CRM, ERP, Shop, Analyse) müssen angebunden werden? |
| Budget | Was ist für Lizenz, Umsetzung und Betrieb realistisch? |
| Skalierung & Zukunft | Wie stark wird das Projekt wachsen? Wie lange soll das System tragen? |
| Hosting & Compliance | Gibt es Vorgaben zu Datenstandort, Datenschutz, Sicherheit? |
| Ökosystem | Wie groß sind Community, Agenturangebot und Verfügbarkeit von Fachleuten? |
Kurz gesagt: Umfang, Kanäle, Redaktion, Integrationen, Budget, Zukunftsfähigkeit, Compliance und Ökosystem – diese acht Kriterien decken die wichtigsten Fragen ab. Nicht alle wiegen gleich schwer; ihre Gewichtung hängt von Eurem Projekt ab.
Klassisch, headless oder DXP? Der erste Weichenschritt
Bevor es um einzelne Produkte geht, lohnt die grundsätzliche Frage nach dem Systemtyp. Sie engt das Feld am stärksten ein:
Klassisches CMS – wenn Ihr vor allem eine Website betreibt und komfortable Redaktion wichtig ist.
Headless-CMS – wenn Ihr mehrere Kanäle bespielt oder maximale gestalterische Freiheit braucht.
DXP – wenn Ihr als große Organisation viele Kanäle und starke Personalisierung zentral steuern wollt.
Kurz gesagt: Der größte Auswahlschritt ist die Typfrage: klassisch, headless oder DXP. Sie entscheidet, welche Systeme überhaupt in die engere Wahl kommen – die Details dazu liefert der Bereich CMS-Wissen.
In fünf Schritten zur Systementscheidung
Ein bewährtes Vorgehen, um strukturiert zur Wahl zu kommen:
Anforderungen klären – Ziele, Umfang, Muss/Kann festhalten (Lastenheft/Backlog).
Systemtyp bestimmen – klassisch, headless oder DXP anhand von Kanälen und Anspruch.
Longlist erstellen – in Frage kommende Systeme des passenden Typs sammeln.
Auf Shortlist eingrenzen – anhand der Kriterien auf zwei bis drei Kandidaten reduzieren.
Fundiert entscheiden – ggf. mit Demos, Referenzen und Einschätzung der Agentur.
Die Systemauswahl gemeinsam mit einer Agentur
Bei der Systemauswahl lohnt ein genauer Blick darauf, wer berät. Agenturen, die Systeme selbst implementieren, sind auf die Plattformen spezialisiert, die sie anbieten – ihre Empfehlung fällt naturgemäß auf das, was sie am besten beherrschen. Das ist nicht unehrlich, aber es ist selten vollständig neutral: Wer nur TYPO3 oder nur ein bestimmtes Headless-System umsetzt, wird selten zu etwas anderem raten.
Eine herstellerunabhängige Systemauswahl setzt genau hier an: Sie bewertet Systeme ohne eigenes Umsetzungsinteresse und empfiehlt das, was wirklich zu den Anforderungen passt – auch wenn das am Ende ein System ist, das der Berater selbst gar nicht implementiert. Genau diese neutrale Auswahl bieten unsere Kollegen von SUTSCHE als Beratungsleistung an: eine systematische, 100 % herstellerunabhängige Evaluation, die euch zur passenden Plattform führt, bevor die Umsetzung beginnt.
Häufige Fragen zur CMS-Auswahl
Wie wählt man das richtige CMS aus?
Am besten strukturiert: zuerst die Anforderungen klären, dann den Systemtyp bestimmen (klassisch, headless oder DXP), eine Longlist erstellen, auf zwei bis drei Kandidaten eingrenzen und fundiert entscheiden – oft gemeinsam mit einer Agentur.
Welche Kriterien sind bei der CMS-Auswahl wichtig?
Vor allem Umfang und Struktur, Zahl der Kanäle, technisches Niveau der Redaktion, nötige Integrationen, Budget, Skalierbarkeit und Zukunftsfähigkeit, Hosting- und Compliance-Vorgaben sowie
Sollte man zuerst das System oder die Anforderungen festlegen?
Zuerst die Anforderungen. Mit dem System zu beginnen ist der häufigste Fehler – erst wenn klar ist, was gebraucht wird, lässt sich sinnvoll vergleichen, welches System am besten passt.
Ist Open Source günstiger als ein lizenzpflichtiges CMS?
Nicht automatisch. Open-Source-Systeme sparen die Lizenzkosten, aber Umsetzung, Anpassung und Betrieb machen oft den größeren Teil der Gesamtkosten aus. Entscheidend ist die Gesamtrechnung, nicht die Lizenz allein.
Welches CMS ist das beste?
Keines pauschal. Das beste CMS ist das, das am besten zu den konkreten Anforderungen passt – zu Umfang, Kanälen, Team, Budget und Zukunftsplänen. Ein System, das für das eine Projekt ideal ist, kann für ein anderes ungeeignet sein.