Stellt Ihr die falschen Fragen im Pitch?

Wer eine Agentur oder ein System auswählt, möchte möglichst viele Informationen sammeln. Doch genau das kann dazu führen, dass Pitches überladen werden und am Ende weniger Klarheit entsteht als erhofft.

Diese Checkliste hilft Euch dabei zu prüfen, ob Eure Fragen wirklich zur Entscheidung beitragen – oder ob Ihr gerade versucht, zu viel auf einmal herauszufinden.

Würde die Antwort Eure Entscheidung tatsächlich beeinflussen?

  • Würdet Ihr einen Anbieter ausschließen, wenn die Antwort anders ausfällt als erwartet?

  • Gehört die Frage zu den wichtigsten Entscheidungsfaktoren?

  • Hilft die Antwort dabei, Anbieter voneinander zu unterscheiden?

  • Ist die Antwort für das Projekt wirklich relevant oder lediglich interessant?

Wenn eine Antwort Eure Entscheidung nicht verändert, gehört die Frage möglicherweise nicht in den Pitch.

Braucht Ihr gerade Orientierung oder Detailwissen?

  • Verstehen die Teilnehmer das System oder die Agentur bereits ausreichend?

  • Ist die Frage für Einsteiger verständlich?

  • Würde zunächst ein einfaches Praxisbeispiel mehr Erkenntnisse liefern?

  • Versucht Ihr gerade Sonderfälle zu diskutieren, bevor die Grundlagen klar sind?

Wer das System noch nicht kennt, sollte zuerst verstehen, wie es grundsätzlich funktioniert.

Ist das wirklich eine Pitch-Frage?

  • Könnte das Thema später in einem Workshop vertieft werden?

  • Wäre ein Proof of Concept besser geeignet?

  • Handelt es sich um eine Detailfrage, die erst nach einer Vorauswahl relevant wird?

  • Benötigt die Frage umfangreiche Vorbereitung oder Spezialwissen?

Nicht jede wichtige Frage muss bereits im Pitch beantwortet werden.

Fragt Ihr nach Problemen oder nach Funktionen?

  • Wollt Ihr verstehen, wie ein konkretes Problem gelöst wird?

  • Oder lasst Ihr Euch lediglich Funktionen zeigen?

  • Gibt es einen realen Anwendungsfall hinter der Frage?

  • Könntet Ihr die Frage anhand eines konkreten Szenarios formulieren?

“Wie würdet Ihr dieses Problem lösen?” liefert oft bessere Erkenntnisse als “Welche Funktionen habt Ihr?”

Versucht Ihr zu viele Themen gleichzeitig abzudecken?

  • Habt Ihr mehr als fünf Schwerpunkte definiert?

  • Enthält Euer Pitch-Briefing zahlreiche Themen ohne klare Priorisierung?

  • Müssen die Anbieter sehr viele unterschiedliche Fragestellungen beantworten?

  • Entsteht bereits bei der Agenda Zeitdruck?

Lieber drei Themen gründlich verstehen als zehn Themen oberflächlich anreißen.

Wollt Ihr das Produkt bewerten oder die Zusammenarbeit erleben?

  • Zeigt die Aufgabe, wie die Agentur denkt?

  • Erkennt Ihr, wie strukturiert der Anbieter vorgeht?

  • Werden Rückfragen gestellt?

  • Erhaltet Ihr einen Eindruck von Kommunikation und Zusammenarbeit?

Oft entscheidet nicht die perfekte Antwort, sondern die Art, wie ein Anbieter an eine Aufgabe herangeht.

Ein Pitch ist kein Produkttraining, kein Workshop und keine Vollspezifikation. Sein Ziel ist es, Orientierung zu schaffen und Vertrauen aufzubauen. Die wichtigste Frage lautet deshalb oft nicht: „Welche weiteren Themen sollten wir noch aufnehmen?“ Sondern: „Welche Themen können wir guten Gewissens weglassen?“